Hintergrund

"Aus meinem Leben - die autobiographischen Texte Joseph Ratzingers" mit Dr. Christian Schaller

10.05.2026 · Marktl · Geburtshaus · 11:00 Uhr

Über die autobiographischen Texte von Joseph Ratzinger sprach Dr. Christian Schaller, der stellvertretende Leiter des Instituts Papst Benedikt XVI. in Regensburg, bei unserer ersten Matinee in diesem Jahr.

In den „Gesammelten Schriften“ erschienen kürzlich zwei Bände mit über 1000 Seiten, in denen Joseph Ratzinger über sein Leben, seine kirchlichen Aufgaben sowie über Wegbegleiter und Gesprächspartner Auskunft gibt. Dabei wurde deutlich, dass der bekannte Theologe nicht einsam am Schreibtisch saß, sondern mit einer großen Zahl von Fachkollegen aller christlichen Bekenntnisse, aber auch mit Künstlern und Politikern Korrespondenz pflegte.

Zugleich blieb Benedikt XVI. seinem Geburtsort Marktl, dem Wallfahrtsort Altötting und seiner bayerischen Heimat mit ihren Heiligen ein Leben lang verbunden. Er verehrte aber auch Karl Valentin, da sowohl Narren als auch Theologen der Wahrheit verpflichtet seien.

Der gelehrte Professor wollte auch dem Glauben der einfachen Christen dienen und ihnen den Wert der Volksfrömmigkeit erschließen. Seine Theologie ist dabei nicht von seiner Biographie zu trennen, betonte der Referent. Das beginne schon mit seiner Geburt und Taufe am Karsamstag 1927 in Marktl. Auch der moderne Mensch kenne das Schweigen Gottes, für das der Karsamstag stehe, und halte zugleich Ausschau nach der letzten Sinngebung für sein Leben, die ihm an Ostern geschenkt werde. Joseph Ratzinger fasste es einmal so zusammen: „Der Karsamstag, über dem Christus steht, ist irgendwie ein Programm für mein Leben geworden.“

Dr. Franz Haringer, der Theologische Leiter des Geburtshauses, dankte dem Referenten, der 2013 den vatikanischen Ratzinger-Preis erhalten hatte, für seinen lebendigen Vortrag und lud alle Anwesenden zum Stehempfang in den Innenhof.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Rottal-Inn-Salzach statt.